Die Wahrheit über die 2. Mangfallbrücke!
In Bruckmühl gibt es die im Ortszentrum bestehende Brücke im Bereich des Bahnüberganges. Richtig ist, dass dort täglich ca. 10.700 Fahrzeuge zu einer hohen Verkehrsdichte, auch oft zu Staus durch die jeweiligen Bahnübergangsschließungen führen. Richtig ist aber auch, dass das durch die Gemeinde veranlasste Verkehrsgutachten von Prof. Kurzak (aus 2008) nachweist , dass es durch den Bau einer 2. Brücke auf der alten Brücke nur zu einer Entlastung von maximal 1.100 Fahrzeugen (knapp 15 %) kommen wird.
Im Gegenzug erhalten aber die Straßen im Bereich der geplanten 2. Mangfallbrücke eine Verkehrs- steigerung von über 104 %; auf der 2. Brücke sollen täglich 4.000 Fahrzeuge fahren. Woher kommen die tägl. 3.000 Mehrfahrzeuge? Zitat: Bürgermeister Heinritzi
„Auch die Bruckmühler Bürger haben ein Recht auf Ruhe“! Sind die Anwohner an der geplanten Trasse keine Bruckmühler Bürger? Haben diese Menschen und Ihre Kinder kein Anrecht auf ruhige Nächte und sichere Schul- und Kindergartenwege.
Sieht man sich nun einmal die Einwohnerzahlen von Götting an, und für deren „innerörtliche“ Anbindung soll die 2. Brücke offiziell gebaut werden, so fragt man sich schnell, was der Bau dieser Brücke eigentlich soll. In Götting leben aktuell 1.596 Einwohner, das sind knapp 10 % der Bruckmühler Gesamtbevölkerung. Zieht man von der Göttinger Bevölkerung einmal die Personen bis 17 Jahre (dürfen ja nicht fahren), sowie die nicht motorisierten und evtl. infolge des Alters nicht mehr selbst fahrtüchtigen Personen ab, so schmilzt die Zahl der möglichen Brückenbenutzer auf unter 900 Personen. Unterstellt man, dass diese das künftige Fahrverhalten beibehalten, ergäbe sich unter Berücksichtigung eines gering kürzeren Fahrweges (Ziel: Ortsmitte) nie und nimmer eine Ersparnis von 2 Mio. km im Jahr. Selbst wenn jeder Göttinger Bürger jeden Tag nach Bruckmühl und zurück fährt und dabei jeweils max. 700m spart, ergibt sich nur eine Ersparnis von ca. 460.000 km. Die Zahlen der Gemeinde sind nur dazu geeignet, Stimmung für die Brücke zu machen. Im übrigen sind die Bürger von Götting bereits hervorragend an den Ortskern Bruckmühl angebunden.
Tatsache ist, dass diese neue Brücke ausschließlich für eine direkte Anbindung an die Autobahn nach Irschenberg gebraucht wird, da Herr Bürgermeister Heinritzi diese ja schon den Interessenten für weitere geplante Gewerbegrundstücke u. a. im Bereich der Wernher-von-Braun Straße versprochen hat.
Bei Verwirklichung der 2. Mangfallbrücke folgen weitere – bewusst bisher nie in Betracht gezogene Verkehrszunahmen, z.B. durch den dann öfter massiv stattfindenden NAVI-Umleitungsverkehr von und zur A 8 nach Irschenberg. Die Trasse Miesbach-Ebersberg-Flughafen ist damit geöffnet. Was da heute schon oft auf der Staatsstraße 2078 los ist, kann man sehen, wenn die A 8 zwischen Brunnthal und Bad Aibling durch Staus, Unfälle usw. blockiert ist.
Soviel zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürger der künftigen Straßentrasse!
Betrachten wir die finanzielle Seite. Das Brückenbauwerk soll aus heutiger Sicht komplett ca. 5,8 Mio. EURO kosten. Dieser Betrag muss von der Gemeinde aufgebracht werden, bevor später möglicherweise staatliche Zuschüsse fließen, die bisher lediglich unter Vorbehalt und nur für einen Teil der Kosten in Aussicht gestellt wurden.
Bruckmühl verfügt über die notwendigen Beträge nicht. Hierfür müssen neue Kredite aufgenommen werden. Bruckmühl ist eine der wenigen Gemeinden im Landkreis Rosenheim, welche die Verschuldung seit zwei Jahren laufend erhöht. Das gilt auch massiv für die Folgejahre. Bruckmühl erreicht im Jahr 2012 einen Schuldenstand von geplanten 22 Mio. EURO, ausgehend von 5,3 Mio. EURO im Jahr 2008. Dies bedeutet eine Mehrung von 315 % bzw. 16,7 Mio. EURO.
Das ist nichts anderes als „D i e Finanzkrise Bruckmühl“. Es gibt im ganzen Landkreis keine Gemeinde mehr, die eine ähnliche Negativ-Entwicklung im Schuldenbereich praktiziert! Im Gegenteil, dort wird richtigerweise sinnvoll mit den Ausgaben umgegangen und die Schulden werden abgebaut.
Zuschüsse sind auch Steuergelder, die alle Bürger Bayerns für diese Brücke aufbringen müssen. Hier ist eine immense Verschwendung von Steuergeldern geplant! Es liegt ein Schreiben vom Landratsamt Rosenheim vom 14. Juli 2010 vor, in dem es    wörtlich heißt: „Wir haben den Markt Bruckmühl allerdings darauf hingewiesen, dass aufgrund der angespannten Finanzlage eine äußerst sparsame und wirtschaftliche Haushaltsführung angesagt ist und die geplanten Kreditaufnahmen nur genehmigt werden, wenn es die Finanzlage der Marktgemeinde zulässt und die dauernde Leistungsfähigkeit nicht gefährdet erscheint“ . Das ist deutlich genug.Sollen wir die Schulden-Gemeinde des Landkreises Rosenheim werden?
Bezieht man die noch bestehende Brücke über die Mangfall im Bereich der Kläranlage Bruckmühl mit ein ( Tragfähigkeit von bestätigten 30 Tonnen seitens der Stadt Bad Aibling, die auch Träger dieser Brücke ist), die nur 2 km östlich von Götting entfernt steht und vor wenigen Jahren ausgebaut wurde, so käme man nach Verwirklichung der 2. Mangfallbrücke und Verschwendung von 5,8 Mio. Steuergeldern!! in einem Bereich von nur 5,2 km dann auf drei Brücken. Das wäre reiner Brückenwahnsinn! Selbst die Stadt Rosenheim mit 60.000 Einwohnern und größeren Anbindungsproblemen in die östlich des Inns gelegenen Wohngebiete hat nur zwei Brücken. Dort wäre eine dritte Brücke vertretbarer als in Bruckmühl.
Ginge es um uns Bürger, würden wir statt der Brücke das schon lange vom Bürgermeister versprochene und als dringend benötigt bezeichnete Bürgerzentrum bauen. Von dieser wertvollen Infrastruktureinrichtung hätten alle Bruckmühler Bürger etwas.
Und am Schluss sei auf den aktuell dringenden Sanierungsbedarf von vielen (!) Bruckmühler Straßen hingewiesen. Warum sollen neue Strassen gebaut werden, wenn nicht einmal Geld für die Erhaltung der bestehenden Straßen vorhanden sind. Schlaglöcher, Senkungen, Spurrillen erfordern eigentlich sofortiges Handeln!
Wenn Ihnen, liebe Mitbürger von Bruckmühl nun auch zur zweiten Mangfallbrücke einiges klarer wurde, so würden wir uns freuen, wenn Sie uns im Kampf gegen diese sinnlose Geldverschwendung unterstützen würden. Sei es, durch eine Mitgliedschaft in unserem Verein und/oder einer Spende auf unser Vereinskonto Nr. 1128361 bei der Volksbank Raiffeisenbank Mangfalltal-Rosenheim eG (BLZ 711 600 00).
Der Gemeinderat hat mit Beschluss vom 07. April 2011 den Bau der Brücke beschlossen. Gemäß Aushang an den amtlichen Gemeindetafeln haben Sie nun vom 16. Mai 2011 bis spätestens 17. Juni 2011 die Möglichkeit Ihren Einspruch gegen den Bebauungsplan Nr. 60 und die 13. Änderung des Flächennutzungsplanes schriftlich bei der Gemeinde einzureichen. 
 
Thomas Watzlawick,
1. Vorsitzender Verein für Erhalt der Lebensqualität e.V.